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Inhaltsübersicht und Zusammenfassung
Funktionsprinzip eines
Pumpspeicherkraftwerks
Mit
Pumpspeichern wird keine Energie erzeugt, sondern Strom zu Zeiten
der Überproduktion gespeichert und zeitversetzt, bei
Strommangel ins Netz zurückgespeist. Zudem können Pumpspeicher
besser als alle anderen Kraftwerke, kurzfristige Unterschiede
zwischen Stromnachfrage und Erzeugung ausgleichen. Zur Erklärung
dieser Zusammenhänge und der Notwendigkeit von Pumpspeichern werden
die wichtigsten Kraftwerkstypen vorgestellt, mit denen in
Deutschland Strom produziert wird.
Aufgabe von Energiespeichern
im Stromnetz
Das
Stromnetz wird vereinfacht mit einem Druckwassersystem verglichen,
in das verschiedene Quellen einspeisen. Speicher können anschaulich
dafür sorgen, dass der Druck im Leitungssystem innerhalb enger
Grenzen konstant gehalten werden kann. So wie die Hybridtechnik beim
Auto zur Energieeinsparung beitragen kann, reduzieren
Energiespeicher den Primärenergiebedarf bei der Stromversorgung. Sie
sind notwendig für den regenerativen Umbau unserer Stromwirtschaft.
Stromwirtschaft der Bundesrepublik
Deutschland
Anhand
von Karten des Bundesumweltamtes zur deutschen Kraftwerkslandschaft
wird gezeigt, wie, wo und womit heute der Strom produziert wird.
Mittlerweile ist in Deutschland mehr Windkraftleistung als Kernkraft
installiert. Diese theoretisch installierte Leistung mit mehr als
20.000 Megawatt steht aber nur an, wenn im ganzen Land sehr starker
Wind bläst. Ist das nicht der Fall, dann muss diese Leistung
jederzeit mit anderen Kraftwerken ersetzt werden können. Deshalb
gibt es sehr viele Gaskraftwerke, welche die Erzeugungsschwankungen
der Windkraft ausgleichen können. Pumpspeicher, von denen es viel zu
wenige gibt, wären die nachhaltigere Alternative, um Erzeugung und
Nachfrage zum Ausgleich zu bringen. Mit Ausstieg aus der Kernenergie
und Vermeidung von Kraftwerken, die fossile Brennstoffe verfeuern,
steigt die Notwendigkeit von schnell verfügbaren Energiespeichern, wenn die Versorgungssicherheit mit Strom erhalten werden
soll.
Betriebsvarianten eines Pumpspeichers
Pumpspeicher können Einnahmen erzielen, durch die Bereitstellung von Regelleistung,
Nutzung der täglichen
Strompreisschwankungen, Bildung eines
Stromverbraucherverbundes, Bildung eines
Stromerzeugungsverbundes, Bereitstellung von
"Schwarzstartfähigkeit" und durch die Kombination mehrerer Möglichkeiten.
landschaftliche Gegebenheiten
Landschaftsmerkmale als Voraussetzung zur Errichtung eines
Pumpspeichers werden angegeben und die Situation im Röslautal und am
Burgstein dazu in Vergleich gesetzt. Hier könnte der größte
Energiespeicher Bayerns und darüber hinaus entstehen. Bilder der
bayerischen Pumpspeicherkraftwerke bei Trausnitz und bei Happurg
zeigen existierende Anlagen.
Berglage
Die
Hufeisenform des Gebirges zwischen Luisenburg, Kaiserfelsen,
Burgstein, Haberstein und Schauerberg wird dargestellt. Der
Burgsteinsee würde sich ohne Veränderung der Kammlage und der
Naturschönheiten auf 820 Metern Höhe in den Fichtenwald einfügen,
ohne das Landschaftsbild großartig zu verändern. Das
Fassungsvermögen kann von 7 bis 15 Mio. Kubikmeter an die
Erfordernisse des Talsees angepasst werden.
Tallage
Der
See im Tal wird zu einem erheblichen Teil ausgehoben. Der Seegrund
wird auf ca. 530 Metern über dem Meeresspiegel, der
Höchstwasserstand bei ca. 540 Metern liegen. Ein sanft gestalteter
Damm mit bis zu 10 Metern Höhe im Bereich der Walkmühle bildet den
Abschluss. Nur ganz wenige Anwesen wären durch die Schaffung der
Wasserfläche unmittelbar betroffen. Je nach Ausführungsvariante
hätte der See eine Länge zwischen 2,2 und 4,5 Kilometern, eine
maximale Breite zwischen 600 und 1000 Metern und eine Fläche
zwischen 100 und 200 Hektar. Bei einer Gesamttiefe von zehn Metern
gäbe es eine Pegelschwankung von bis zu sieben Metern. Steile Ufer
werden dem See eine besondere Attraktivität verleihen.
Zugang zum Wasser
Schwimmende Rundwege sowie bequeme Zugänge und Zufahrten über sanft
geneigte Rampen, die auf Pontonbrücken übergehen, entkoppeln die
Freizeitnutzung von den Pegelschwankungen des Sees und sichern einen
gefahrlosen, attraktiven Zugang zum Wasser. Schwimmende
Bootsanlegestellen und Inseln, die an den Rundweg angedockt sind,
ermöglichen eine vielseitige Nutzung der Wasserfläche.
alternative Ufergestaltungen
Flachere Ufergestaltungen sind ebenfalls vorstellbar. Sie reduzieren
das für den Pumpspeicherbetrieb verfügbare Volumen des Sees und führen
beim Absenken zu einer kleiner werdenden Seeoberfläche. Sie können
ggf. kostengünstiger als steile Ufer hergestellt werden. Diese Art
der Ausführung könnte allerdings auch zu einem Wegfall der attraktiven schwimmenden Wege und Inseln
führen. Auch eine
Mischform aus steileren und flacheren Uferzonen ist möglich.
Abdichtung des Talsees
Prinzipielle
Überlegungen zum Verhalten des Grundwassers im felsigen und ggf.
zerklüfteten Untergrund aus Wunsiedler Marmors werden angestellt.
Eine Prinzipdarstellung zur Grundwasserabsenkung durch Tiefbrunnen
wird gezeigt. Vorstellungen zu einer Tiefenabdichtung des Dammes an
der Walkmühle durch einen Injektionsschleier werden skizziert.
Möglichkeiten zur Stabilisierung des Grundwasserspiegels bei am See
anliegenden Gebäuden werden diskutiert.
Bodenaushub
Am
Burgstein erwarten wir Granit, der von seiner Qualität vermarktbar
sein sollte. Im Röslautal steht verwitterungsbeständiger
kristalliner Wunsiedler Marmor an, der ebenfalls vermarktbar sein
dürfte. Die Baukosten für die Seen könnten sich dadurch reduzieren.
Die Menge des Bodenaushubs ermöglicht die Modellierung einer
interessanten Landschaft mit Dammfunktion am Burgstein und an der Walkmühle.
Der Transport der Massen mit Förderbändern ist kontinuierlich, ruhig
und bringt Vorteile gegenüber LKW-Transporten.
Veränderung von Natur und Landschaft
Der
Burgsteinsee kommt in einen Wirtschaftswald, der größtenteils aus
Fichten besteht. Der Damm kann eine interessante Landschaft formen,
mit vielseitigerem Bewuchs, als es jetzt der Fall ist. Durch den
Aushub des Sees im Röslautal entsteht entlang des Ufers ein ca. 20
Hektar umfassendes grünes Band, das einen Biotopverbund von
Wunsiedel bis Tröstau bildet. Schwimmende Bio-Inseln, die für
Publikumsverkehr gesperrt sind, bilden zahlreiche interessante
Übergangszonen von Wasser an Land. Wunsiedler See und die
Dammlandschaft am Burgstein werden zur Steigerung der Artenvielfalt
in diesen Bereichen beitragen. Geruchsemissionen bei abgesenktem
Wasserspiegel sind ebenso wenig zu erwarten wie Eutrophierung (übermäßige Algenbildung durch unbewegtes
nährstoffreiches Wasser). Der See bildet für den
Unterlauf der Röslau sowohl einen Hochwasserschutz als auch eine Wasserreserve
für Trockenzeiten.
Strömungsverhältnisse
Die
maximalen Strömungsgeschwindigkeiten im Wunsiedler See bleiben unter
Schrittgeschwindigkeit und sind in den meisten Bereichen überhaupt
nicht wahrnehmbar. Die Zu- und Auslaufstollen zum Kraftwerk befinden
sich in einer Bucht, die durch einen schwimmenden Weg abgegrenzt
wird. Eine Beeinträchtigung des Freizeitbetriebs durch Strömungen
ist nicht zu erwarten.
wirtschaftliche Dimension
Baukosten, Gesamtinvestitionskosten, Auslegungsparameter und
Erlösberechnungen werden aufgezeigt. Wenn sich die
Investitionskosten in dem aufgezeigten vertretbaren Rahmen bewegen
und sich die Erlöserwartungen bestätigen, dann wäre es ein
wirtschaftlich hoch interessantes Unternehmen, das erhebliche
Finanzströme, Arbeit und Wirtschaftskraft in die Region bringen
kann.
Kraftwerkstechnik
Am
Beispiel von Goldisthal, werden technische Details eines modernen
Pumpspeicherkraftwerks unserer Größenklasse gezeigt. Die eigentliche
Technik verschwindet in einer Maschinenkaverne tief unter den Berg.
Von außen wird man davon kaum etwas hören und sehen. Der Unterschied
in der touristischen Nutzung zwischen Goldisthal und Wunsiedel wird
herausgearbeitet.
Projektstand und Ausblick
Wie
kam es zu dieser Idee, wie wurde sie weiter entwickelt, welche
Gespräche wurden geführt, wie kam das Projekt in die Öffentlichkeit,
welche Rolle spielt die Stadt Wunsiedel, wie ist der aktuelle Stand
und wie kann es weiter gehen?
Diskussionen in der Öffentlichkeit
Mit
Bekanntwerden löste das Projekt sofort heftige Diskussionen in der
Öffentlichkeit aus. Die Bandbreite der Diskussionen und Aktivitäten,
die bisher beobachtet werden kann, wird in diesem Abschnitt
beschrieben. Im Moment ist es zu früh, die Durchsetzung des
Projektes oder dessen Verhinderung zu fordern. Eine qualifizierte
Bewertung aller Sachverhalte kann erst nach gründlicher Prüfung
aller Fragen, die der Vorschlag aufwirft, erfolgen. Eine
Machbarkeitsstudie kann viele Fragen klären, über die zur Zeit noch
heftig diskutiert wird.
Bilder und Montagen
Einige
Bilder des Röslautals ohne und mit einmontiertem Wunsiedler See.
Bilder anderer Seen
Bilder
anderer Stauseen und von Gewässern mit Pegelschwankungen:
-
Fränkische Seenplatte mit
- Altmühlsee,
- Brombachsee und
- Rothsee,
-
Edersee,
-
Goldisthal,
-
Saaleseen mit
- Bleilochtalsperre, Hohenwarte-Stausee und Pumspeicherwerk Eichicht
-
Pumpspeicherkraftwerk Waldeck
-
Bodensee,
-
Talsperre zum Pumpspeicher Trausnitz,
-
Untersee zum Pumpspeicher Happurg und
-
Schluchsee als Oberbecken der dreistufigen Pumpspeicherkaskade vom
Rhein hoch in den Schwarzwald.
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